…hatte ich gestern auf der diesjährigen Photokina in Köln. Ziel war es, dieses feine Gerät einmal selbst antesten zu können, um mir – über die vielfältigen Tests und die existierenden Infos hinausgehend – endlich einen eigenen Eindruck verschaffen zu können. Testen konnte ich die aktuelle Leica S2 mit angesetztem Summarit 2.5/70mm, was umgesetzt auf das Kleinbildformat eta 58mm bedeutet. Mein erster Eindruck also in Kürze:

Die S2 scheint wie aus einem Stück gefräst; selten habe ich eine solch solide Body/Linsenkombination in der Hand gehabt. Vom Gewicht etwa zwischen meiner Canon A1 und der Pentax 645n angesiedelt, passt das Ganze haptisch sehr gut: man fühlt sich einfach wohl, setzt man einmal das Auge an den wirklich erfreulich großen Sucher. Trotz oder vielmehr aufgrund der Größe und des Gewichts bleibt die S2 recht handlich. Die Bedienung ist offensichtlich als angenehmer Gegenentwurf zur Funktions-Reizüberflutung anderer Hersteller gedacht: im Wesentlichen ist es der Hauptdrehregler oben rechts mit Wählknopf dahinter sowie weiteren vier Buttons rings um das (gute) LC-Display hinten. Über das große Zeiteneinstellrad oben rechts lassen sich die Verschlußzeiten angenehm einstellen, den aktuellen Wert kann man auf dem auf dem benachbarten, ebenfalls sehr aufgeräumten OLED-Display kontrollieren. Über das “Click wheel” dahinter kann der Fotograf auf Blendenvorwahl und Programmautomatik umschalten. Um ganz ehrlich zu sein, hätte ich dem Bedienkonzept einer Leica M (oder auch Pentax 645n) den Vorzug gegeben: ein Regler für die Verschlußzeiten, einer – vornehmlich am Objektiv selbst – für die Blenden. Aber gut, nach ein wenig Übung wird dieses auf Minimalismus getrimmte Bedienkonzept sicherlich in Fleisch und Blut übergehen. Ach ja: hinten links befindet sich ein weiterer Regler, der die Umschaltung von Zentralverschluß (sofern vorhanden) auf Schlitzverschluß erlaubt. Ist Zentralverschluß gewählt, das Objektiv aber nicht mit einem solchen versehen, wird automatisch Schlitzverschluß angenommen; einfach und logisch.

Die Leica S2 im Kurztest

Bild: Leica-Broschüre

Der Autofocus arbeitet schnell, leise und (owiet ich das mit ein paar Schüssen prüfen konnte) zuverlässig. Sehr schön ist der manuelle Overide, der mir nach jedem automatischen Fokus das nachträgliche manuelle Nachfokussieren erlaubt – ohne die Notwendigkeit, vorher noch irgendeinen Knopf unlegen zu müssen. Schön. Das Auslösegeräusch ist wie erwartet sehr angenehm und edel; das Ergebnis (ein Portrait bei offener Blende) überzeugt auf dem Display: ein wunderbarer (Un-)Schärfeverlauf. Wie gesagt, lediglich per rückwärtigem Display kontrolliert, eine bessere Kontrolle am Monitor war am Messestand nicht so ohne weiteres möglich.

Fazit nach diesem Kurztest: eine spannende Kamera, die ich gerne einige Wochen in Gebrauch nehmen und auf Herz und Nieren testen würde. So musste ich sie wieder zurücklegen; mangels Budget wird es mir in nächster Zukunft auch nicht vergönnt sein, meiner Kamerasammlung ein Exemplar einzuverleiben – angesicht der ca 25.000 Euro, die für die hier vorgestellte Kombination (S2 mit Summarit 2.5/70mm) zu Buche stehen.

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