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Als die Kölner Journalistin Lara Gohr mich Anfang diesen Jahres überraschend kontaktierte, um einen Interviewtermin mit mir abzusprechen, habe ich mich sehr gefreut. Nicht ohne Grund, denn unser wenig später geführtes, sicherlich zweistündiges Gespräch hat viel Spaß gemacht. Das Ergebnis ist der heute im Kölner Stadt-Anzeiger (genauer: im Rhein-Sieg Journal) erschienene Artikel über mein CameraSelfies-Projekt und den Fotografen dahinter:

“Eine Bühne für die alten Kameras: Der Hennefer Jürgen Novotny liebt die betagten Apparate und wurde mit seinen ‘Selfies’ weltberühmt”

Viel Spaß bei der Lektüre :)

Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger: Eine Bühne für die alten Kameras"

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“The “Prix de la Photographie, Paris” (P×3) strives to promote the appreciation of photography, to discover emerging talent, and to introduce photographers from around the world to the artistic community of Paris.”

Meine Fotoserie “CameraSelfies®” erhielt nun eine “Honorable Mention” für 2016, meine Arbeiten wie auch mein Profil fanden Einzug in die Photographer’s Directory des Prix de la Photographie, Paris PX3. Ich fühle mich geehrt, Danke sehr :)

PX3 2016 Honorable Mentions (Detail: CameraSelfies)

PX3 Photographers Directory: Jürgen Novotny

Honorable Mention für meine Fotoserie CameraSelfies von PX3 2016

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Heute morgen wurde ich von Freunden darauf aufmerksam gemacht, dass ein Jürgen sie von den Seiten des heutigen General-Anzeigers angrinsen würde… und so war es auch: ich freue mich über einen schönen Artikel, der sich mit meinem Foto-Projekt “CameraSelfies” auseinandersetzt:

“Ein Selbstportrait der Kamera: Jürgen Novotny macht Kamera-Selfies und kritisiert damit den Trend zur Selbstdarstellung”.

Geschrieben hat ihn Autorin Stephanie Roller, und wie ich finde, hat sie es sehr gut gemacht :)

Aber lest doch selbst… mehr zu meinen CameraSelfies gibt es übrigens auch hier: www.cameraselfies.com

Artikel im General-Anzeiger: Jürgen Novotny macht Kamera-Slefies und kritisiert damit den Trend zur Selbstdarstellung

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Could you talk about the idea behind your series CameraSelfies?
How do you think your work responds to contemporary culture?
Do you think your pieces make any kind of judgment/ statement?
What do you have planned in terms of future projects/ ideas for culturally responsive artworks?

Diese und weitere Fragen beantworte ich im neuesten Interview des Aesthetica Magazins (in englisch):

Q+A with German Photographer Jürgen Novotny

Über das Aesthetica Magazin: Aesthetica is a British art and culture magazine. Founded in 2002, Aesthetica Magazine covers photography, visual art, music, film and theatre. It has a readership of over 311,000 and national and international distribution. The magazine includes features on art, film, music and performance, highlighting notable new exhibitions around the world and showcasing photography.

Ich habe mich sehr über die Gelegenheit gefreut, einige Hintergründe des CameraSelfie-Projekts näher beleuchten zu dürfen!

Interview mit Jürgen Novotny im Aesthetica Magazine

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Wie bereits zum Thema Landschafts- und Reisefotografie habe ich für Amazon.de wieder einige Zeilen geschrieben, diesmal zu den Themen Portraitfotografie:

Amazon Objektiv-Themen-Woche: Familie und Freunde: Portraitfotografie von Jürgen Novotny

Portraitfotografie von Jürgen Novotny zur Amazon Objektiv-Themenwoche Familie und FreundeWie bereite ich mich vor?

Wie Sie sich an dieser Stelle bereits denken können, besteht das Rezept für eine gute Portraitaufnahme aus mehr als der technischen Ausrüstung. Ein wichtiger Faktor für gelungene People-Fotografie – wenn nicht der wichtigste – ist daher weniger der technische als vielmehr der menschliche. Die Schaffung einer entspannten, ungezwungenen Atmosphäre ist bei den eigenen Familienfotos in der Regel kein Thema (gehen wir z.B. von der klassischen Urlaubs-Situation aus), bei der Arbeit mit Modellen aber ist Kommunikation angesagt. Wirkt die Umgebung angenehm, gibt es Lieblingsposen oder -farben, hat das Modell selbst bereits Erfahrung sammeln können und daher eigene Vorschläge für das Shooting? Anders als Familienfotos, die meistens aus der Situation heraus entstehen und eine vorhandene Stimmung einfangen sollen, muß diese in der Portraitfotografie mit Modellen erst erzeugt werden: durch Freundlichkeit, Respekt und Einfühlungsvermögen. Das Modell ist nicht nur das Subjekt, es sollte auch in den Aufnahmeprozess eingezogen werden; bis hierhin also keine Zauberei.

Wie stehe ich zum Motiv?

Sind Kinder das Motiv, sollten diese nicht unbedingt aus der Erwachsenensicht, also von oben nach unten aufgenommen werden: wird die Kamera auf gleiche Höhe gebracht, erscheinen die Ergebnisse persönlicher und weniger wie aus einer Überwachungskamera. Hier – wie bei allen anderen Punkten auch – gilt es, einfach ein wenig herumzuspielen. Wie gestaltet sich das Endergebnis, wenn die Position der Kamera wandert? Bei dem Pusteblumen-Motiv (Abb.) war das frontale „Angeblasen werden“ das aus meiner Sicht spannendste. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Portraitfotografie Erwachsener: auch hier ist die Aussage jeweils eine andere, fange ich mein Motiv in Augenhöhe, darüber oder darunter ein. Ausprobieren!

Apropos Augenhöhe: wie man so schön sagt, sind die Augen das Fenster zur Seele. Es sollte daher in der Portraitfotografie darauf geachtet werden, dass die Augen des Hauptmotivs im Fokus sind. Unabhängig davon, ob das Fotomodell den Fotografen anschaut oder nicht: stimmen Komposition und Belichtung, werden unscharfe Augen zu schlechteren Ergebnissen führen; die Stimmung leidet. Gerade bei der Arbeit mit (gerade in der Portraitfotografie derzeit beliebter) geringer Tiefenschärfe erfordert dies nämlich ein wenig mehr Aufmerksamkeit. Verfügt die eigene Kamera übrigens über eine (über den normalen Autofokus hinausgehende) automatisierte Augenerkennung und -verfolgung, einfach mal ausprobieren.

Wie verhalten sich Motiv und Objektiv zueinander?

„Landet“ das Foto auf Chip oder Film, setzt der Fotograf die abgebildete dreidimensionale Szene mithilfe des Objektivs in zwei Dimensionen um. Gerade in der People- und Portraitfotografie ist es daher wichtig zu wissen, was die verschiedenen Objektiv-Brennweiten mit dem Motiv „anstellen“: sollen bestimmte Merkmale hervorgehoben werden, andere wiederum unterdrückt werden? Jeder kennt sicherlich den Effekt eines Weitwinkelobjektivs: abhängig vom Standpunkt der Aufnahme werden die Beine eines Modells besonders lang dargestellt (was durchaus erwünscht sein kann), in einer anderen Porträt-Situation mit demselben Objektiv erscheint jedoch die Nase plötzlich sehr spitz und irgendwie unproportional (was häufig nicht das gewünschte Ergebnis ist). Bei der Verwendung „längerer“ Brennweiten – also z.B. den klassischen Portrait-Objektiven mit 80 bis vielleicht 120mm bezogen auf Voll- bzw. Kleinbildformat oder umgerechnet ca 50 bis 80mm für APS-C – werden die Geometrien des portraitierten Gesichts hingegen „gestaucht“; je länger die Brennweite, desto stärker. Um ein formatfüllendes Portrait zu fotografieren, muß der Fotograf mit einer kurzen Brennweite dem Modell ausserdem „näher auf den Pelz rücken“, was im Endergebnis – schaut die Person direkt in die Kamera – zu einem wahrnehmbaren Schielen führt. Zum Vergleich: die meisten Handykameras verfügen über eine Brennweite von ca 28mm bezogen auf das Kleinbildformat, weisen also i.d.R. eine Weitwinkel-Optik auf, die zwar ein recht großes Bildfeld aufweist, für gelungene Portraits aber eher eine Herausforderung darstellt.

Verfügt die Kamera über ein Zoom-Objektiv, so sollte man bei jeder Aufnahme nicht nur seine eigene Position zum Motiv prüfen, sondern auch schauen, welches Ergebnis die verschiedenen Brennweiten liefern. Ist ein eher intimeres Portrait gewünscht, bei dem die Umgebung in der Tiefenschärfe „verschwinden“ soll? Oder ist es gerade das Zusammenspiel mit der Umgebung, auf das es beim Endergebnis ankommt?

Eine geringe Tiefenschärfe, die die abgebildete Person oder Personengruppe besonders dadurch hervorhebt, dass Vorder- und Hintergrund regelrecht in Unschärfe verschwinden, ist seit einiger Zeit gerne gesehen. Die besten Ergebnisse lassen sich – ausreichendes Licht bzw. ausreichende Empfindlichkeit des Kamerachips vorausgesetzt – in Kombination einer leichten Telebrennweite mit einer offenen Blende erreichen. Da viele moderne Systemkameras über einen Live-View verfügen, kann dieser Effekt sehr gut bereits vor der eigentlichen Aufnahme beobachtet und geplant werden; früher war hierfür noch das sog. „Abblenden“ des Objektivs nötig. Wie bei Aufnahmeposition und Fokusebene gilt also: mit verschiedenen ISO- und Blendenwerten sowie Brennweiten herumspielen und… ausprobieren! Da auch die Sensorgröße für diesen Effekt eine große Rolle spielt – je größer, desto deutlicher – sind Handykameras mit ihren zur Zeit noch sehr kleinen Sensoren in dieser Disziplin im Nachteil – es sei denn, sie verfügen über Softwarefunktionen wie einen „selektiven Fokus“ und/oder zwei Objektive, mit denen sich Tiefenschärfe mehr oder weniger gut in das Ergebnis hineinrechnen lässt.

Pusteblumen von Jürgen Novotny

Pusteblumen von Jürgen Novotny

Wie steht es mit Umgebung und Beleuchtung?

Ich selbst bin Freund der sogenannten „Available Light“-Fotografie, also der Nutzung des natürlichen Tageslichts, gerne auch unter Verwendung von Lichtformern wie z.B. Reflektoren. In diesem Zusammenhang sind Tageszeit und Wetterverhältnisse wichtige Faktoren für das gewünschte Endergebnis: wird das Motiv beispielsweise bei strahlendem Sonnenschein mittags frontal erfasst, können Überblendungen und eine regelrecht „platte“, weil schattenfreie Abbildung des portraitierten Gesichts die Folge sein.

Fotografieren wir also draussen bei natürlichem Licht, müssen wir Tageszeit und Richtung der Sonne zum Motiv beachten. Gerne werden Portraits daher in den frühen Morgen- und späten Abendstunden fotografiert. In der sogenannten „blauen Stunde“, also der Zeit der Dämmerung, ist die Umgebung noch leicht erhellt und gut sichtbar; der Hell/Dunkel-Kontast wird abgemildert, die Fotos weisen dadurch wie auch durch die zu dieser Zeit angenehm empfundene Farbtemperatur eine besondere Stimmung auf. Wird das Familienbildnis dennoch zu einer anderen Tageszeit aufgenommen, hilft Zubehör wie z.B. Reflektoren und Diffusoren; so kann eine einfache Styroporplatte oder das helle Strandtuch bzw. die Luftmatratze am Pool durchaus hilfreiche Dienste leisten. Für den ambitionierten Fotografen bietet der Fachhandel an dieser Stelle natürlich ein umfassendes Angebot.

Befinden wir uns immer noch in freier Natur und möchten eine romantische Gegenlicht-Aufnahme gegen die untergehende Sonne machen, sollte dann doch ein Aufhellblitz zum Einsatz kommen, sind keine schwarzen Silhouetten vor der hellen Sonne gefragt.

Bei der Available Light- wie auch der Blitz-Fotografie sollte übrigens immer mit der Position des Motivs zur Lichtquelle gespielt werden; auch bei der Verwendung eines Blitzes (oder eines LED-Standlichts) kann dieser ja auch mal vom Blitzschuh der Kamera entfernt und fernausgelöst werden, um die zu portraitierende Freundin etwas seitlicher anzuleuchten. Das Ergebnis sind deutlich plastischere und lebendigere Aufnahmen.

Es gäbe sicherlich noch Vieles zu sagen, so auch zu den Themen Kamera-Einstellungen und Nachbearbeitung; das allein ergäbe genug Material für ein oder mehrere eigene Kapitel. An dieser Stelle sollte es zunächst einmal darum gehen, ein Gefühl für das Motiv und seine Umgebung zu erhalten und gleichzeitig zu erkennen, dass es hier wie auch bei der Beziehung Fotograf – Kamera/Objektiv – Motiv um das in diesem Artikel häufig erwähnte „Ausprobieren“ geht.

Es ist sehr leicht (wie ich natürlich auch aus eigener Erfahrung weiß), sich als angehender Fotograf von den Themen Ausrüstung und Einstellungen hinforttreiben zu lassen. Es kann daher heilsam sein und die Konzentration auf das Subjekt schulen, auf ein „Shooting“ jeweils nur eine Kamera und ein Objektiv mitzunehmen; je weniger Ausrüstung, desto einfacher wird es sein, sich auf die anderen, oben kurz angerissenen Aspekte zu konzentrieren. In der Regel geht es nämlich gar nicht um das technisch perfekte Portrait, sondern um eines, das kreativ ist und den Betrachter emotional anspricht. Um sich selbst als beginnender Fotograf nicht von allzuvielen technischen Details ablenken zu lassen, ohne sich aber den Automatikprogrammen der Kamera vollständig auszuliefern, gibt es die sogenannte Verschlußzeiten-Automatik, auch Blendenpriorität genannt. Mit ihr lassen sich Blende und ISO-Wert voreinstellen, während man lediglich die von der Kamera errechnete Verschlußzeit im Auge behalten muß; die ideale Herangehensweise, um bei Portraits z.B. den oben erwähnten Tiefenschärfen-Effekt unter Kontrolle zu bekommen.

Um es also nochmal zu sagen: Lernen und – vor allem – Ausprobieren, ohne sich von allzuvielen Empfehlungen und Regeln einschränken zu lassen… übrigens ein gutes Schlußwort für mich :)

Wer gerne alles lesen möchte, kann mein PDF gerne hier herunterladen!

 


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Im Zuge der aktuellen AMAZON Objektiv-Themen-Woche verrate ich einige Tipps & Tricks zu den Themen Reise- und Landschaftsfotografie:

Alles rund um Objektive: Reise- und Landschaftsfotografie von Jürgen Novotny bei Amazon.de

Wo denn eigentlich?

Landschaftsfotografie ist ein guter Grund, raus in die Natur zu gehen. Haben Sie nicht eh vor, sich diesem Thema während des Jahresurlaubs zu widmen, schnappen Sie sich eine Landkarte, einen Kompass und vergessen Sie nicht, das Auto auch mal zu verlassen: die besten Landschaftsmotive finden sich bei einem Spaziergang bzw. einer Wanderung. Zum Thema Landkarte: an dieser Stelle kann das Internet natürlich sehr hilfreich sein; damit meine ich nicht nur Google Earth, sondern auch spezialisierte Websites zur Landschaftsfotografie, um gute Locations für das eigene „Shooting“ ausfindig zu machen.

Der richtige Zeitpunkt

Die Qualität einer Landschaftsfotografie wird ganz erheblich von der Qualität des Lichts bestimmt. Als Folge gilt als Faustregel, entweder früh am Morgen oder während der späten Nachmittagsstunden zu fotografieren; die Sonne steht tiefer, die Kontraste sind geringer, gleichzeitig finden sich während dieser „magischen Stunden“ ganz besondere, stimmungsvolle Farbpaletten. Während der sogenannten „Goldenen Stunde“, also kurz nach dem Sonnenaufgang oder kurz vor Sonnenuntergang, erscheint das Licht aufgrund seines längeren Wegs durch die Erdatmosphäre weicher und wärmer, es wird mehr gestreut. Landschaftsaufnahmen wirken dadurch intensiver, die Farben gesättigter. Wird das gewählte Landschaftmotiv gerade von der aufgehenden Sonne ansprechend beleuchtet, ist aber frühes Aufstehen angesagt. Für das Urlaubs-Familienfoto können Frau und Kinder zu diesen Uhrzeiten übrigens auch gerne mal direkt ins Licht schauen: der Teint wirkt durch das goldene Streulicht gesünder und erholter, Überbelichtungen müssen weniger befürchtet werden.

Abhängig vom Wetter kann sich die Szenerie auch kurzfristig dramatisch verändern; eine gute Zeitplanung ist daher wichtig. Häufig warten Fotografen, die neu im Thema „Landschaft“ sind, auf schönes Wetter, in der Meinung, dies sei Voraussetzung für optimale „Shootings“. In Wahrheit sind es oft Wetterlagen wie Regen, Nebel, stürmischer Wind mit dramatischen Wolken, die spannende Ergebnisse erbringen – und ganz nebenbei dafür sorgen, dass Sie nicht am Urlaubsort festsitzen und auf den ersehnten Sonnenschein warten.

Filter oder nicht Filter?

Landschafts- und Reisefotografen haben eigentlich immer einen Zirkular-Polfilter dabei. In unserem Genre sind es besonders zwei Charakteristika, die diesen Filter sehr hilfreich machen: zum einen reduziert er Reflektionen und Glanzeffekte (nicht nur die von Gewässern, sondern auch Schaufenstern etc.), zum anderen sorgt er für sattere Farben und einen besseren Kontrastumfang. Besonders auffällig
wird der Effekt bei freiem, blauen Himmel.

Eines der größeren Probleme für Landschaftsfotografen ist der Helligkeits-Unterschied zwischen Himmel und Erde. Während das menschliche Auge in der Regel kein Problem damit hat, die Abstufungen zu erkennen, kann das der wesentlich unempfindlichere digitale Sensor nicht. Für diesen Zweck wurden GND-Filter (genauer: Neutraldichte-Verlaufsfilter oder auch Grauverlaufsfilter) erfunden, die zu einer Hälfte hin ganz transparent werden, während die andere Hälfte grau getönt ist. Der GND-Filter erlaubt uns, die Belichtung zwischen Himmel und Land deutlich besser auszubalancieren, Details werden in beiden Zonen besser sichtbar. Dieser Effekt kann übrigens nachträglich nur sehr schlecht – wenn überhaupt – per Bildverarbeitung eingearbeitet werden.

Low Tide von Jürgen Novotny

Low Tide von Jürgen Novotny

Bildkomposition

An dieser Stelle möchte ich erst einmal einflechten: Probieren ist besser als Studieren. Also bitte experimentieren und auch mal etwas anderes versuchen, als in den gängigen Fotoratgebern zu lesen ist. Zu lesen ist nämlich immer wieder die sogenannte Drittel-Regel, nach der der Bildausschnitt imaginär vertikal und horizontal in Drittelbereiche aufgeteilt wird. Dann gilt es, interessante Bildbestandteile an den Schnittpunkten dieser Linien zu platzieren, oder – im Falle eine Horizonts – entlang einer der horizontalen Linien. In der Tat ist die Drittel-Regel ein guter Ausgangspunkt – für die eigenen Experimente. Gleichzeitig sollte der Fotograf oder die Fotografin ein Gespür für Linien innerhalb des Motivs entwickeln: eine Mauer oder ein Zaun, eine Gruppe von Menschen oder das Blumenbeet können den Betrachter in das Foto hineinführen, ihn auf den eigentlichen thematischen Mittelpunkt aufmerksam machen oder einfach die gewünschte Bildtiefe erzeugen. Ist es der Vordergrund, der mich interessiert? Oder gibt er meinem Hintergrund erst die rechte Würze? Ein im Sandstrand steckendes Surfbrett lässt die weiter entfernten Surfer auf einmal räumlicher erscheinen, Betrachter erlangen erst so ein Gefühl für Entfernungen und Proportionen.

Das richtige Objektiv

Denkt man an Landschafts-Fotografie, fallen einem zuallererst die sehr weiträumigen Ansichten ein, die dem Betrachter eine eindrucksvolle Szenerie präsentieren. Weitwinkelobjektive sind daher die naheliegende Wahl, wenn es darum geht, „soviel Landschaft wie möglich“ in den Bildausschnitt zu bekommen. Alles unterhalb von 50mm Brennweite (Vollformat, oder auch 35mm im APS-C-Format) wird als Weitwinkel bezeichnet, wobei gerade Objektive um die 24mm und darunter (APS-C: ca 16mm) in diesem Bereich aktuell populär sind. Natürlich kann man das häufig mitgelieferte Set-Zoomobjektiv mit seinen 18-55mm Brenweite gut für die Landschaftsfotografie verwenden, bessere Ergebnisse – weil schärfer über den gesamten Bildbereich (ganz wichtig für unser Landschafts-Genre) und mit weniger Abbildungsfehlern wie chromatischer Aberration oder Verzerrung behaftet – lassen sich jedoch mit Festbrennweiten erreichen. Ein gutes Objektiv ist mehr als die „halbe Miete“: Egal, wie gut die Kamera ist, ein mittelmäßiges Objektiv wird auch nur zu mittelmäßigen Resultaten führen.
Neben meinem Set-Objektiv für alle Fälle habe ich daher immer auch ein stärkeres Weitwinkelobjektiv in meiner Tasche.

Zeit, die Regeln zu brechen: obwohl ein Tele-Objektiv vielleicht nicht die automatische Wahl für das Genre „Landschaft“ ist, können mit ihm jedoch entfernte Details erfasst werden und interessante Ausschnitte einer Szene isoliert werden. Während ein Weitwinkelobjektiv den Blick auf eine Szenerie tatsächlich weitet (weiter entfernte Objekte erscheinen mit ihm noch weiter entfernt als näher liegende), reduziert ein Teleobjektiv die Schärfentiefe und komprimiert das Motiv: Berge erscheinen plötzlich viel näher zusammengerückt, Bauwerke scheinen sich direkt hintereinander anzuordnen. Wer also für mehr Abwechslung in seiner Landschafts- und Reisefotografie sorgen will, sollte sich die Zeit nehmen, eine Szenerie mit unterschiedlichen Brennweiten zu betrachten; hier bietet jeder Hersteller die passende Linse für das jeweilige Budget. Es wird sich lohnen!

Utah von Jürgen Novotny

Utah von Jürgen Novotny

Schärfentiefe

Anders als in der Portrait- oder auch der Streetfotografie werden Landschaften gerne durchgängig scharf abgelichtet, so daß beispielsweise der Baum im Vordergrund ebenso scharf zu sehen ist wie der entfernte Horizont. Belohnt wird der Fotograf mit einer starken Tiefenwirkung, die das Motiv fast dreidimensional erscheinen lässt; gerade ein Weitwinkelobjektiv unterstützt diese Bildwirkung, scheinbar mitten in der Szenerie zu stehen. Hier hilft die einfache Regel: je kleiner die eingestellte Blende (wie z.B. f/16 oder f/22), desto größer wird der scharf abgebildete Bereich vor und hinter dem Fokus. Die kleine Blende führt aber – insbesondere in den oben erwähnten „magischen Stunden“ mit weniger Licht – dazu, dass sie mit längeren Verschlußzeiten kompensiert werden muß (wir nehmen jetzt einmal einen niedrigen ISO-Wert für minimales Rauschen an). Dies ist einer der Gründe, warum ein Urlaubs- und Landschaftsfotograf immer ein Stativ dabei haben sollte, sei es nun ein besonders standfestes Dreibeinstativ oder die einbeinige Variante, die auch schon zu deutlich mehr Stabilität beiträgt. An dieser Stelle: den Selbst- bzw. Fernauslöser nicht vergessen, da die Betätigung des kameraeigenen Auslösers ungewollte Vibrationen erzeugt.

Spezialfall: Besonders lange Belichtungszeiten

Da wir gerade beim Thema „Stativ“ sind: haben Sie schon einmal die beruhigenden Landschaftsaufnahmen vom Meer gesehen, bei denen die Wasseroberfläche so schön weich und milchig aussieht? Dieser Effekt kann einfach über längere Belichtungszeiten von mehreren Sekunden erreicht werden. Unabdingbar hierfür ist allerdings ein wirklich stabiles Stativ – und der vorhin genannte Selbst-/Fernauslöser natürlich. Stellt die Kamera fest, dass sich für diese lange Belichtungszeit keine passende, kleine Blende findet – ist das Tageslicht also zu hell für korrekt belichtete Aufnahmen – hilft auch hier wieder ein Graufilter, der die Empfindlichkeit um mehrere Blendenstufen senken kann. Und Spiegelreflex-Nutzern sei gesagt: besser den Spiegel vor dem Auslösen arretieren (Mirror Lock), damit es nicht zu Unschärfen durch das Spiegelschlagen kommt.

Das Ergebnis

Um die Qualität unserer Ergebnisse zu maximieren und uns alle Möglichkeiten der Nachbearbeitung offen zu halten, sollten Landschaftsaufnahmen in der Kamera stets als RAW-Dateien abgespeichert werden; viele Kameras tun dies – entsprechend eingestellt – zusätzlich zur „normalen“ JPG-Datei, in diesem Falle aber ohne die Anwendung der kameraeigenen Software. Mit der richtigen RAW-Software wie z.B. Adobe Camera Raw oder herstellereigenen Programmen können unsere Aufnahmen damit nachträglich sehr viel weitgehender bearbeitet und korrigiert werden (Weissabgleich, Farbtemperatur, Dynamikumfang u.v.m.). Die richtige Anwendung der „üblichen verdächtigen“ Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder Lightroom, um nur zwei zu nennen, wäre aber das Thema eines eigenen Artikels.

Noch ein kleiner Tipp: oft lohnt es sich, die farbigen Aufnahmen auch einmal in einer Schwarz-Weiß- Version zu betrachten; die Bildwirkung kann eine ganz andere sein und manchmal durchaus verblüffen. Bei dieser Aufgabe helfen neben den oben erwähnten Programmen auch und vor allem Spezialwerkzeuge und PlugIns wie z.B. Nik Silver Efex oder onOne Perfect Effects. Jetzt aber erst einmal viel Spaß beim Experimentieren!

An dieser Stelle finden Sie auch den kompletten Download als PDF


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Seit heute präsentiert Amazon meine Fotografie in ihrer neuen Reihe “Fotografen bei Amazon.de”. Neben der Vorstellung einiger meiner Arbeiten stelle ich Produkte vor, die ich aus eigener Erfahrung und guten Gewissens empfehlen kann: Kameras, Objektive, Zubehör und Bücher zum Thema Fotografie:

Fotografen bei Amazon.de: Jürgen Novotny

Während der nächsten Wochen werden Amazon-Besucher außerdem erstmals Tipps & Tricks zu den Themen Portrait-Fotografie sowie Landschafts- und Reisefotografie finden; Amazon.de ermutigte mich, einige meiner Erfahrungen in einer eigenen, neuen Rubrik bei Amazon zu teilen. Mehr in Kürze an dieser Stelle!

Fotografen bei Amazon.de: Jürgen Novotny

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Meine CameraSelfies werden im aktuellen Aesthetica Magazin präsentiert, online sowie in der Print-Ausgabe:

http://www.aestheticamagazine.com/profile/jurgen-novotny/

“Aesthetica is a British art and culture magazine. Founded in 2002, Aesthetica Magazine covers photography, visual art, music, film and theatre. It has a readership of over 311,000 and national and international distribution. The magazine includes features on art, film, music and performance, highlighting notable new exhibitions around the world and showcasing photography. The magazine’s primary focus is on contemporary visual art and artists previously covered include Steve McQueen, Martin Creed, Henri Cartier-Bresson and Ernesto Neto among others. Aesthetica devotes a number of its pages to photography and has featured photo essays from artists such as Richard Tuschman and Stephen Shore. Other articles have explored subjects such as European art and politics, the development of light art, and art in architecture.”

Ein Interview folgt in Kürze!

CameraSelfies im Aesthetica Magazin

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 Niumer der Woche

“What would happen if cameras came up with the idea of taking selfies? Photographer J. Flynn Newton hovered over this question, going on to create a unique and ongoing photo project that has seen his work go viral.“ Was würde passieren, wenn Kameras auf die Idee kämen, Selfies zu produzieren? J. Flann Newton beschäftige sich mit dieser Frage und begann ein einmaliges und fortlaufendes Projekt, das viral wurde.

NIUME ist eine Online-Plattform, die die Kreation und Distribution von Inhalten, wie man sie im Internet gewohnt ist, durcheinander rüttelt: und zwar durch eine neue Form – “kollaboratives Bloggen” genannte Interaktion. NIUME startete im Juli 2014 als eine offene Plattform und kann bereits heute auf eine monatliche Besucherrate von 1 Mio Besuchern mit 20% Wachstum pro Monat verweisen.

Für diese Woche im Juni 2016 wählt NIUME mich mit meinen CameraSelfies (R) zum “Niumer der Woche”; auch gab es im NIUME-Interview einige Fragen zu beantworten (Klick).

Vielen Dank, NIUME & viel Glück für die Zukunft!

Profil: Jürgen Novotny alias J. Flynn Newton auf NIUME

Jürgen Novotny: Niumer of the week

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“Der Welt größtes und populärstes Architektur- und Designmagazin” designboom – mit Niederlassungen in Mailand, Peking und New York – präsentiert in seiner aktuellen Ausgabe meine Fotoserie DrowningSky:

J. flynn newton creates dream-derived landscapes in drOWNing SKY

DrowningSky von Jürgen Novotny bei designboom.comdesignboom: “german photographer J. flynn newton attempts to visualize the subject matter of his dreams in ‘drOWNing SKY’. the series features mesmerizing images that blend landscapes and water, resulting in apocalyptic, tsunami-like compositions where escape seems impossible. J. flynn newton is the working alias of J.F. novotny, founder of design and media agency vivia.”

In der Tat freue ich mich über dieses Feature – nicht nur, weil es nach meinen CameraSelfies ® das nun zweite Fotoprojekt ist, das ein derartiges Medienecho erhält – sondern vor allem, weil es etwas ganz anderes ist als CameraSelfies®. Ich betrachte DrowningSky nicht nur als Kunstprojekt, sondern es soll mir in erster Linie dazu dienen, meine seit meiner Kindheit immer wiederkehrenden Albträume von Überflutungen mit Riesenwellen und Tsunami-ähnlichen Ereignissen zu verarbeiten.

Auch die spanische Zeitschrift QUO würdigt DrowningSky heute mit einer Bildstrecke und einem schönen Kommentar. Ein Auszug:

DrowningSky von Jürgen Novotny im QUO MagazinQUO: “Su trabajo conecta con uno de los terrores ancestrales del ser humano: el de una inundación tan terrible, que anegue toda la superficie del planeta y no tengamos escapatoria posible. Manipulando las imágenes, el artista ha conseguido el milagro de crear la sensación de que un océano tumultuoso se cierne sobre nosotros desde los cielos. Es difícil concebir algo más apocalíptico.”

IMPRESIONANTES IMÁGENES APOCALÍPTICAS

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

 

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